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Schöne, fremde Welt

Nur wenige Länder bleiben dem Fremden so rätselhaft wie Japan. Einfühlungsvermögen und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Inselstaat und seinen Bewohnern eröffnen eine faszinierende Denk- und Lebensart.

Kunstvoller Genuss: Sushi

Der Ursprung dieser Zubereitungsart für Fisch liegt in einem traditionellen japanischen Verfahren, rohen Fisch mit Hilfe von gesäuertem Reis haltbar zu machen. Sushi sind belegte oder gefüllte Häppchen aus Reis, der mit Essig gewürzt wurde. Die Häppchen werden meist mit rohem Fisch belegt oder gefüllt. Außerdem gibt es Varianten mit Gemüse, Ei und weiteren Zutaten. Die Zubereitung von Sushi erfordert viel Kreativität und handwerkliches Geschick. Auch die Auswahl (bzw. Beschaffung) wirklich frischer Fische und der richtigen Schnitttechnik sind eine Kunst für sich. Um einen hervorragenden Geschmack und die stilisierte Optik zu erreichen, ist außerdem viel Übung erforderlich.


Literaturtipps:

  • Okamoto, Masami: Sushi. 1999. Ein Sushi-Buch, mit schönen Fotos, authentischen Sushi-Rezepten und japanischen Weisheiten zum Thema Essen und Tischkultur.
  • Furtmayr, Andreas: Sushi. GU KüchenRatgeber. 2001. Günstig, bewährt, übersichtlich – bestens für Anfänger geeignet.
  • Nobu: The Cookbook. 2000. Neben dem Sushi-Starkoch Nobuyuki Matsuhisa arbeiteten an diesem hochklassigen Buch Robert De Niro, Martha Stewart und der Fotograf Fumihiko Watanabe mit.
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Typische Kleidung: Kimono und Yukata

Der japanische Kimono ist aus Seide gefertigt und sehr teuer. Er wird meist zu formellen oder traditionellen Anlässen getragen, etwa bei Hochzeiten, Tee-Zeremonien oder Beerdigungen. Je nach Anlass und Status des Trägers variieren Farbe und Stil. Das Anlegen des Kimono und das Schnüren des Gürtels (Obi) ist ziemlich schwierig. Zum Kimono gehören außerdem eine passende Frisur, traditionelle Schuhe, Strümpfe, Wäsche und eine kleine Handtasche.
Die Yukata ist eine preisgünstige Freizeitbekleidung aus Baumwolle. Sie kann auch ohne Unterwäsche getragen werden und eignet sich daher besonders für heiße Sommertage.

Japanische Gastfreundschaft: Im Ryokan

Ryokan nennt sich der typische japanische Gasthof, der in allen Größen in ganz Japan verbreitet ist. Hier kann man die traditionelle japanische Atmosphäre hautnah erleben.      
 
Die Gästezimmer sind im typisch japanischen Stil eingerichtet – mit Tatami-Fußmatten, niedrigen Tischen und Futons. Jeder Gast erhält für die Dauer seines Aufenthalts eine Yukata, die sowohl für Spaziergänge als auch als Schlafanzug getragen werden kann. Die Mahlzeiten werden meist im Zimmer serviert.

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Je öfter, desto besser: Geschenke

Japaner schenken gerne und oft. Geschenke werden mit beiden Händen ausgehändigt und entgegengenommen. Bei der Auswahl der Geschenke ist Vorsicht geboten, da der Aberglaube einige Gaben als Unglücksbringer sieht – zum Beispiel solche, die aus vier Teilen bestehen. Die Zahl Vier wird in Japan mit dem Tod gleichgesetzt.

  • Oseibo und Ochugen
    Zweimal im Jahr – im Dezember vor Neujahr und im Juni – beschenkt man Mitarbeiter, Verwandte und Freunde mit Oseibo and Ochugen: kleinen, nützlichen Gaben wie Nahrungsmittel, Wein oder Haushaltsgegenstände. Manche Firmen zahlen zu diesen Anlässen zweimal jährlich spezielle Prämien.
  • Temiyage und Omiyage
    Um sich für Einladungen zu bedanken, schenkt man eine kleine Aufmerksamkeit (Temiyage), meistens Kuchen, Süßigkeiten oder Sake. Als Mitbringsel von einer Reise wird Omiyage verschenkt – Souvenirs für Freunde, Arbeitskollegen und Verwandte.
  • Geburtstag und Weihnachten
    Obwohl diese Anlässe nicht traditionell japanisch sind, gehen viele Japaner durch westliche Einflüsse dazu über, sich auch zu Weihnachten oder an Geburtstagen zu beschenken.

Reich der aufgehenden Sonne

Japan, der "westlichste" Staat des Fernen Ostens, ist noch immer stark in der ostasiatischen Mentalität verhaftet. Der erste japanische Kaiser (Tenno), soll um 600 v. Chr. gekrönt worden sein. Er galt als Nachfolger der Shintogöttin (Shinto = „Weg der Götter“) und war somit auch für die Ausübung bestimmter religiöser Rituale zuständig. Seit 1947 ist Japan eine parlamentarische Demokratie. Der Kaiser, ehemals unbeschränktes Staatsoberhaupt, hat heute nur noch Repräsentationspflichten. Der Regierungschef wird von der stärksten Partei nominiert.

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Erdkunde auf japanisch

Honshu, Hokkaido, Kyushu und Shikoku – so heißen die größten der rund 4000 Inseln, aus denen Japan besteht. Auf den rund 377.000 km² Staatsfläche, die zu über 80% gebirgig ist, leben ungefähr 125 Millionen Menschen. Der höchste Berg ist der Fuji-san mit 3770 m Höhe, der durch seine einzigartige konische Form und die religiöse Verehrung der Bevölkerung zum weltweiten Symbol für Japan wurde.      
 
Die Bevölkerungsdichte ist je nach Gegend sehr unterschiedlich. 15% des Landes weisen eine Dichte von 1245 Menschen je km² auf, andere Gebiete nicht mehr als 136 Einwohner je km².

Zeichensprache

Die japanische Schrift setzt sich aus drei Systemen zusammen, den ursprünglichen chinesischen Schriftzeichen „Kanji“ und den aus ihnen abgeleiteten Kurzschriftzeichen „Hiragana“ und „Katakana“. Diese sind in der Strichzahl stark reduziert und werden mit geschwungenen Pinselstrichen dargestellt. Um eine Tageszeitung ganz sicher lesen zu können, muss man rund 3000 verschiedene Zeichen beherrschen. Als Tourist kann man sich aber auch ohne Schriftkunde orientieren: Straßenschilder, Bahn- und Busstationen sind meist zusätzlich in lateinischer Schrift ausgewiesen.

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Glaubensfrage

In Japan gibt es zwei große Glaubensrichtungen: den Shintoismus und den Buddhismus. Der Shintoismus ("Weg der Götter"), die 1500 Jahre alte ursprüngliche Form der Naturverehrung, geht von der Einheit von göttlichen Wesen, Naturgewalten und Menschen aus. Verbreitete Rituale des Shintoismus sind Opfergaben – meist Reis, Sake, Wasser, Salz und Zweige, die in weißen Porzellangefäßen dargebracht werden – sowie traditionelle Reinigungs- und Hochzeitszeremonien.      
 
Die zweite weit verbreitete Religion ist der Buddhismus, der im Jahr 552 über Korea aus China ins Land kam. Hauptaspekt dieser Glaubensrichtung ist die Erlösung vom irdischen Leiden durch Wissen – durch Erkenntnis der Nichtigkeit des Ichs und die Erfassung einer „All-Einheit“.     
 
Die beiden Glaubensrichtungen schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern sind im religiösen Alltag der Bevölkerung auf komplexe Weise vereint. Viele Japaner praktizieren eine volkstümliche Mischung beider Religionen.

Werte

Traditionelle Etikette hat auch im modernen Japan einen hohen Stellenwert. Verstöße gegen die guten Sitten durch unwissende "gaijin" (Ausländer) nehmen die meisten Japaner nicht übel. Trotzdem werden sie es aber sehr schätzen, wenn Besucher einige der grundlegenden Werte kennen und respektieren.

Die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Bei der Anrede japanischer Männer und Frauen wird die höfliche Nachsilbe "San" benutzt: Ein Herr Kenzo wird demnach mit „Kenzo-san“ angesprochen.
  • In Wohnhäusern und den traditionellen, mit Strohmatten ausgelegten Tatamizimmern werden die Schuhe ausgezogen.
  • Zur Begrüßung gehört immer eine Verbeugung, bei der man sich aus der Taille heraus um ca. 45 Grad beugt.
  • Der Austausch von Visitenkarten ist eine gesellschaftliche Zeremonie. Tragen Sie stets eigene Visitenkarten bei sich und nehmen Sie die Karte Ihres Gegenübers immer mit Respekt entgegen.
  • In Restaurants und Bars füllt man sich das Glas nie selbst. Tischnachbarn schenken sich gegenseitig ein.
  • Die Füße gelten als „unreine Körperteile“. Beim Sitzen sollten Ihre Fußsohlen deshalb nicht in Richtung des Gegenübers weisen.
  • Vermeiden Sie öffentliches Naseputzen – es gilt als unbeherrscht.
  • Pünktlichkeit wird sehr hoch bewertet, Unpünktlichkeit als charakterliche Schwäche interpretiert.
  • Vermeiden Sie ein zu offenes, direktes Auftreten – Japaner schätzen eine vornehme Zurückhaltung.
  • Kleine, liebevoll eingepackte Gastgeschenke sind sehr beliebt, werden aber nicht sofort geöffnet.
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Kochkunst

Die Grundlage des japanischen Essens ist Reis, der mit Fisch, Gemüse, Eiern und Tofu serviert wird. Eine Hauptmahlzeit besteht meistens aus einer Schale Reis, einer Schüssel Miso-Shiru-Suppe, Pickles, Gemüse, einer Portion Fisch oder Fleisch und einer Schale grünem Tee. Ob trendige Sushi (Reisröllchen mit verschiedenen Füllungen) und schlichte Sashimi (roher Fisch), schmackhafte Teriyaki (mariniertes gebratenes Rindfleisch), zarte Sukiyaki (dünne Rindfleischstreifen, Tofu und Zwiebeln in Sojasoße und Ei), oder raffinierte Tempura (in Öl ausgebackene Meeresfrüchte und Gemüse) – die traditionelle japanische Küche ist eine Kunst für sich. Der Eigengeschmack der Zutaten steht immer im Vordergrund; starke Gewürze sind eher selten. Die Kombination verschiedener Formen und Farben, die auf dem Teller angerichtet werden, macht die typisch japanische Mahlzeit zum Genuss für alle Sinne.

Getränkekunde

Das bekannteste japanische Getränk ist die Sake, ein hochprozentiger Reiswein, der meistens heiß in Porzellan- oder Keramikkaraffen serviert und aus kleinen Schälchen getrunken wird. Sake wird durch Gärung aus bestimmten Reissorten gewonnen und hat einen Alkoholgehalt von 15-17%. Ein für Europäer gewöhnungsbedürftiger, starker, aus Reis und Süßkartoffeln gebrannter Aquavit Shochu, wird meist mit einer Frucht im Glas serviert. Der Umeshu, ein bei Frauen beliebter, süßlicher Pflaumenwein ist eine Mischung zwischen Likör und Obstler. Die japanischen Biersorten wie Kirin, Suntory, Sapporo oder Asahi sind dem europäischen Pils recht ähnlich. Sehr beliebt, aber teuer, ist schottischer Whisky, der als Inbegriff von Weltoffenheit und Internationalität gilt. Es werden auch zahlreiche japanische Whiskysorten wie Suntory oder Nikka angeboten.

Der Genuss alkoholischer Getränke wird von einer traditionellen Höflichkeitsetikette begleitet. Dazu gehört, dass das Glas des Gastes immer gefüllt ist. Als Ausdruck der Höflichkeit darf der Gast dem Gastgeber nachschenken, sich aber auf keinen Fall selbst eingießen.

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Nightlife

Wer in Japan ein preisgünstiges Abendvergnügen sucht, wählt am besten die einfachen Trinkstätten (Izakaya oder Nomiya), in denen auch Snacks serviert werden, oder betritt ein rustikales „Rote-Laterne-Lokal“ (Akachôchin). Hotelbars und Clubs in beliebten Ausgehvierteln sind meist sehr teuer. Der Klassiker im typisch japanischen Abendprogramm sind Karaoke-Bars, in denen die Gäste sich selbst als Sänger bekannter Hits und Oldies versuchen können. Ein weiteres verbreitetes Freizeitvergnügen ist Pachinko, das dem Bingo-Spiel ähnelt. Daneben gibt es natürlich Kinos, Bars, Cafés und Clubs. In der Metropole Tokyo gibt es ein tägliches Programm von hochklassigen Konzerten, die immer sehr schnell ausverkauft sind.

Sportliches

Die japanischen Nationalsportarten sind weltweit bekannt: Sumo, der traditionelle Ringkampf, und Judo. Das japanische Fechten, Kendo, wird in zahlreichen Vereinen und von Collegestudenten ausgeübt. Der amerikanische Volkssport Baseball ist auch in Japan beliebt. Spiele finden tagsüber und auch abends statt, Eintrittskarten sind preiswert und überall zu kaufen. Betuchte Geschäftsleute spielen häufig Golf auf den sehr guten und exklusiven Plätzen rund um Tokyo.

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Japanische Feste

  • Januar: Neujahr, das „Fest der Feste“. In den Tempeln werden Reiskuchen und Sake gereicht.
  • Februar: Setsubun, das „Bohnenfest“. Nach dem Mondkalender ist Setsubun der letzte Wintertag. Im Hof des Tempels findet eine traditionelle Zeremonie statt, bei der Bohnen geworfen werden, um böse Geister zu vertreiben.
  • März: Hinamatsuri, das „Puppenfest“.
  • Mai: Aoi Matsuri, das „Malvenfest“. In Kyoto werden die Shimogamo- und Kamigamo-Schreine durch eine feierliche Prozession gehuldigt.
  • Juni: In Osaka findet das Reisfest am Sumiyoshi-Schrein statt. Junge Mädchen in typischen Bauerntrachten säen dabei die ersten Reissamen und beten für ein ertragreiches Jahr.
  • November: Shichi-go-san. Eltern besuchen mit ihren Kindern (im Alter von 3, 5 und 7 Jahren) einen Shinto-Schrein und erbitten dabei den Segen der Götter für die Kinder.
  • Dezember: Namahage. Auf der Halbinsel Oga verkleiden sich Männer als Teufel und ziehen von Haus zu Haus.
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Perfekt Planschen

Für die Benutzung eines japanischen Bades gelten eigene Spielregeln. Zunächst duscht man sich außerhalb der Badewanne gründlich mit Seife ab. Danach steigt man in die vorbereitete Wanne, die nur zum entspannenden Bad – und nicht zur Reinigung – dient. Die Temperatur mag dem Anfänger extrem heiß erscheinen, aber nach einer Gewöhnungsphase wird man feststellen, wie entspannend die Hitze ist. Ein großer Fauxpas ist es, das Wasser nach dem Bad abzulassen: Es wird nämlich nacheinander von allen Hausbewohnern benutzt.

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