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Bipolare Störungen

Von einem Extrem ins andere

Was ist eine bipolare Störung

Das Wort “bipolar” beschreibt Extreme wie „Nord und Süd“ oder „Plus und Minus“. Bei einer bipolaren Störung sind dies die extremen Emotionen „Euphorie und Depression“.

Diese ausgeprägten Stimmungen treten episodisch auf und belasten Betroffene stark. Denn die Euphorie kann in abnormer Fröhlichkeit gipfeln und die Depression in Verzweiflung oder Selbstmord enden.

Typischerweise tritt eine bipolare Störung zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und dauert meist bis ans Lebensende.

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Symptome

Etwa 0,3 bis 1,9 % der Menschen weltweit leiden an bipolaren Störungen. Eine Manie, also eine euphorische Episode, erkennt man bei Betroffenen an folgenden Symptomen:

  • Unbändiger Optimismus
  • Übermäßiges Selbstbewusstsein und Größenwahn
  • Zunahme geplanter, aber auch durchgeführter Aktivitäten
  • Vermindertes Schlafbedürfnis und reduzierte Aufmerksamkeit
  • Verstärktes Mitteilungsbedürfnis sowie Gedankenrasen
  • Angespanntheit und Reizbarkeit

 

Ebenso führt eine Depression zu typischen Symptomen, wie z.B.:

  • (grundlos) traurige Stimmung
  • Angst
  • Selbstmordgedanken
  • Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Lustlosigkeit sowie Aktivitätsminderung
  • Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme
  • Leichte Reizbarkeit
  • Hang zur Nachdenklichkeit
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Ursachen

Über die genauen Ursachen der bipolaren Störung ist nur wenig bekannt.
Man weiß lediglich, dass viele Faktoren zusammenwirken und unter diesen
die genetische Veranlagung ein entscheidender ist. Die Voraussetzung einer bipolaren Störung kann also vererbt werden.

Außergewöhnliche Ereignisse, wie der Tod eines nahe stehenden Menschen oder ein schwerer Unfall, können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.
Man beschreibt solche Vorkommnisse als Trauma bzw. traumatisierend.

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Diagnose

Eine bipolare Störung wird auf Grundlage der klinischen Symptome,
des Krankheitsverlaufs und z. B. der genetischen Veranlagung durch einen Facharzt diagnostiziert.

Meist gestaltet sich die Diagnose schwierig, da manche Symptome
auch für weitere psychische Störungen charakteristisch sind.
Ebenso können die Symptome durch andere Krankheiten, z. B. Morbus Parkinson,
oder durch Drogenkonsum ausgelöst worden sein.

Aus diesen Gründen wird nur ein geringer Teil aller bipolaren Störungen diagnostiziert und daraufhin therapiert.

 

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Therapie

Medikamente stehen in der Regel im Mittelpunkt der Behandlung durch einen Facharzt, aber auch andere Behandlungsverfahren haben ihren Platz,
damit Sie aus Ihrer Krisensituation hinaus finden.

Die Therapie der bipolaren Störung wird in drei Phasen unterteilt.

1. Die Akuttherapie: Dauer 2 – 6 Wochen

  • Sie erfolgt meist stationär, da die Diagnose oft während einer manischen oder depressiven Episode gestellt wird.
  • Der Betroffene wird zum Selbstschutz von der Umwelt abgeschirmt.
  • In dieser Phase werden gleichzeitig mehrere Medikamente eingesetzt.

2. Die Erhaltungstherapie: Dauer 6 – 12 Monate

  • Die Stabilisierung des Patienten steht im Mittelpunkt dieser ambulanten Phase. Ein Wechsel in das andere Stimmungsextrem soll dabei vermieden werden.
  • Medikamente aus der Akuttherapie werden meist weiterverordnet und im Bedarfsfall ergänzt.

3. Rückfallschutz: Dauer meist ein Leben lang

  • Zur Reintegration in die Gesellschaft bedarf es des dauerhaften Schutzes vor erneuten manischen oder depressiven Episoden.
  • In dieser längsten Therapiephase wird die Medikation in der Regel auf gut verträgliche Stimmungsstabilisierer und Antipsychotika begrenzt.


Häufig wird die medikamentöse Therapie durch eine Psychotherapie und/oder Psychoedukation ergänzt. Mit Hilfe der Psychotherapie können Betroffene leichter in ihren gewohnten Alltag zurückkehren und souveräner mit auslösenden Situationen umzugehen.

Die Psychoedukation setzt auf die Aufklärung der Betroffenen. Denn nur wer über die eigene Erkrankung Bescheid weiß, kann mögliche Auslösesituationen und Warnzeichen frühzeitig erkennen und folgerichtig handeln. Sinnvollerweise schließt die Psychoedukation auch Freunde und Verwandte ein – denn auch diese werden ja mit der bipolaren Störung konfrontiert.

Es gibt verschiedene Varianten der Psychotherapie und Psychoedukation, aus denen der behandelnde Arzt die individuell passende auswählen kann.

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