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pAVK

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Oder auch: Schaufensterkrankheit

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wird im Volksmund als "Schaufensterkrankheit“ bezeichnet. Betroffene leiden bei körperlicher Belastung, z. B. Treppensteigen oder schnellem Gehen, unter schmerzenden Extremitäten. Grund dafür sind verengte Blutgefäße der Beine und Arme, die eine normale Durchblutung verhindern. Kurze Pausen lassen – zumindest in den frühen Stadien der Schaufensterkrankheit - die Schmerzen wieder abklingen. Um diese Zwangspausen vor anderen Personen zu „verschleiern“, verweilen Betroffene gerne vor Schaufenstern – daher der Name Schaufensterkrankheit.

Ein Name, der harmlos klingt. Die Krankheit ist jedoch das Gegenteil. In fortgeschrittenen Stadien ist schmerzfreies Gehen unmöglich und an den Beinen entstehen Geschwüre und/oder Wundbrand, schlimmstenfalls drohen gar Amputationen von einzelnen Zehen bis hin zu ganzen Beinen.

Die pAVK tritt bei etwa einem Drittel der über 65-jährigen auf und steht in engem Zusammenhang mit anderen Gefäßerkrankungen. Studien zufolge weisen Patienten mit pAVK ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall auf.

 

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Ursachen

In den meisten Fällen ist eine Gefäßverengung (Atherosklerose) die Ursache der pAVK. Somit sind Risikofaktoren, die zur Gefäßverengung führen, auch Risikofaktoren für die pAVK. Die wichtigsten sind:

  • Rauchen (90 % aller pAVK-Patienten sind Raucher)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Blutfettwerte, z. B. Cholesterin
  • Hohes Alter
  • Männliches Geschlecht
  • Familiäre Veranlagung

Besonders brisant wird es, wenn mehrere Risikofaktoren zutreffen. Ein typisches Beispiel:

  • Mann,
  • 67 Jahre alt,
  • raucht 15 Zigaretten täglich und
  • ist stark übergewichtig ( BMI = 32).

Menschen, wie er sollten einen Arzt zwecks eines Beratungsgesprächs aufsuchen.

 

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Symptome

Schmerzende Extremitäten nach Anstrengung sind das Hauptsymptom der pAVK. Ist die Erkrankung fortgeschritten, können auch äußere Symptome wie Geschwüre an Beinen oder Armen auftreten.
Die pAVK wird in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Bewährt hat sich die Einteilung nach Fontaine, die sich u. a. an der Gehstrecke, die schmerzfrei zurück gelegt werden kann, orientiert.

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Stadium Beschreibung
I Keine Einschränkung der Gehstrecke; Ablagerungen in den Gefäßen ohne klinische Symptome; kalte Füße oder Beine; oft unbemerkt
IIa Gehstrecke länger 200 m; pAVK mit klinischen Symptomen
IIb Gehstrecke kürzer 200 m; pAVK mit klinischen Symptomen
III Kein schmerzfreies Gehen; Schmerzen bereits in Ruhe / im Liegen
IV Kein schmerzfreies Gehen; abgestorbenes Gewebe, offene Geschwüre, Amputation droht

Diagnose

Sind noch keine Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder erhöhte Blutfettwerte bekannt, wird der Arzt zunächst das Risiko für Durchblutungsstörungen bestimmen und die Blutwerte analysieren. Messen des Blutdrucks sowie des Pulses im Bein, lassen erste Rückschlüsse zu, ob ein Blutgefäß verschlossen ist.

Eine genaue Diagnose über Schwere und Ort des Gefäßverschlusses wird durch spezielle Verfahren erstellt:

  • Sonographie  (Ultraschall-Untersuchung)
  • Angiographie (Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel)

Dabei erfolgt der Blick in den Körper jeweils von Außen ohne chirurgischen Eingriff – und ist damit für den Patienten schmerzfrei.

 

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Therapie

Je früher Durchblutungsstörungen erkannt werden, desto effektiver können Therapien eingesetzt werden. Die Ziele einer pAVK-Therapie sind:

  • Zunahme der schmerzfreien Gehstrecke
  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Vermeidung von Amputationen
  • Stopp der Atherosklerose
  • Verminderung der Rate an Herzinfarkten und Schlaganfällen

Es gibt drei Therapieformen: die nicht-medikamentöse, die medikamentöse sowie die operative Behandlung.

Die nicht-medikamentöse Behandlung wirkt Durchblutungsstörungen entgegen und  schafft die Voraussetzungen zur medikamentösen Behandlung. Kurz gesagt bedeutet diese Therapieform eine gesunde Lebensführung:

Bei der medikamentösen Behandlung der pAVK kommen verschiedene Substanzen zum Einsatz. Gefäßerweiternde Medikamente erleichtern den Blutfluss. Einen anderen Ansatz verfolgen Substanzen, die eine Verstopfung der Blutgefäße verhindern, indem sie die Vernetzung von Blutzellen zu einem Pfropf verhindern.
Eine dritte medikamentöse Behandlungsoption bietet die Hemmung eines Schlüsselenzyms des Kreislaufsystems. Diese führt zu drei Effekten:

  • Die Neubildung von Muskelzellen in der Gefäßwand wird gehemmt – das Gefäß verengt sich nicht und bleibt weit.
  • Durch Entspannung der Gefäßmuskulatur wird das Gefäß erweitert.
  • Die Vernetzung von Blutzellen wird gehemmt.

Die operative Behandlung kann neben der medikamentösen bei schweren Stadien der pAVK zum Einsatz kommen.

  • Pfropfe aus Blutzellen werden entfernt.
  • Gefäße werden operativ erweitert.
  • Die Funktion inoperabler Gefäße wird durch Bypassoperationen wieder hergestellt.
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