
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wird im Volksmund als "Schaufensterkrankheit“ bezeichnet. Betroffene leiden bei körperlicher Belastung, z. B. Treppensteigen oder schnellem Gehen, unter schmerzenden Extremitäten. Grund dafür sind verengte Blutgefäße der Beine und Arme, die eine normale Durchblutung verhindern. Kurze Pausen lassen – zumindest in den frühen Stadien der Schaufensterkrankheit - die Schmerzen wieder abklingen. Um diese Zwangspausen vor anderen Personen zu „verschleiern“, verweilen Betroffene gerne vor Schaufenstern – daher der Name Schaufensterkrankheit.
Ein Name, der harmlos klingt. Die Krankheit ist jedoch das Gegenteil. In fortgeschrittenen Stadien ist schmerzfreies Gehen unmöglich und an den Beinen entstehen Geschwüre und/oder Wundbrand, schlimmstenfalls drohen gar Amputationen von einzelnen Zehen bis hin zu ganzen Beinen.
Die pAVK tritt bei etwa einem Drittel der über 65-jährigen auf und steht in engem Zusammenhang mit anderen Gefäßerkrankungen. Studien zufolge weisen Patienten mit pAVK ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall auf.
In den meisten Fällen ist eine Gefäßverengung (Atherosklerose) die Ursache der pAVK. Somit sind Risikofaktoren, die zur Gefäßverengung führen, auch Risikofaktoren für die pAVK. Die wichtigsten sind:
Besonders brisant wird es, wenn mehrere Risikofaktoren zutreffen. Ein typisches Beispiel:
Menschen, wie er sollten einen Arzt zwecks eines Beratungsgesprächs aufsuchen.
Schmerzende Extremitäten nach Anstrengung sind das Hauptsymptom der pAVK. Ist die Erkrankung fortgeschritten, können auch äußere Symptome wie Geschwüre an Beinen oder Armen auftreten.
Die pAVK wird in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Bewährt hat sich die Einteilung nach Fontaine, die sich u. a. an der Gehstrecke, die schmerzfrei zurück gelegt werden kann, orientiert.
| Stadium | Beschreibung |
| I | Keine Einschränkung der Gehstrecke; Ablagerungen in den Gefäßen ohne klinische Symptome; kalte Füße oder Beine; oft unbemerkt |
| IIa | Gehstrecke länger 200 m; pAVK mit klinischen Symptomen |
| IIb | Gehstrecke kürzer 200 m; pAVK mit klinischen Symptomen |
| III | Kein schmerzfreies Gehen; Schmerzen bereits in Ruhe / im Liegen |
| IV | Kein schmerzfreies Gehen; abgestorbenes Gewebe, offene Geschwüre, Amputation droht |
Sind noch keine Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus oder erhöhte Blutfettwerte bekannt, wird der Arzt zunächst das Risiko für Durchblutungsstörungen bestimmen und die Blutwerte analysieren. Messen des Blutdrucks sowie des Pulses im Bein, lassen erste Rückschlüsse zu, ob ein Blutgefäß verschlossen ist.
Eine genaue Diagnose über Schwere und Ort des Gefäßverschlusses wird durch spezielle Verfahren erstellt:
Dabei erfolgt der Blick in den Körper jeweils von Außen ohne chirurgischen Eingriff – und ist damit für den Patienten schmerzfrei.
Je früher Durchblutungsstörungen erkannt werden, desto effektiver können Therapien eingesetzt werden. Die Ziele einer pAVK-Therapie sind:
Es gibt drei Therapieformen: die nicht-medikamentöse, die medikamentöse sowie die operative Behandlung.
Die nicht-medikamentöse Behandlung wirkt Durchblutungsstörungen entgegen und schafft die Voraussetzungen zur medikamentösen Behandlung. Kurz gesagt bedeutet diese Therapieform eine gesunde Lebensführung:
Bei der medikamentösen Behandlung der pAVK kommen verschiedene Substanzen zum Einsatz. Gefäßerweiternde Medikamente erleichtern den Blutfluss. Einen anderen Ansatz verfolgen Substanzen, die eine Verstopfung der Blutgefäße verhindern, indem sie die Vernetzung von Blutzellen zu einem Pfropf verhindern.
Eine dritte medikamentöse Behandlungsoption bietet die Hemmung eines Schlüsselenzyms des Kreislaufsystems. Diese führt zu drei Effekten:
Die operative Behandlung kann neben der medikamentösen bei schweren Stadien der pAVK zum Einsatz kommen.